Mittwoch, 14. März 2018

Das Attentat von Salisbury - Wer saugt daraus den meisten Honig

 Das die britische Premierministerin nicht gerade die Hellste ist, hat sie schon einige Male unter Beweis gestellt. Dass sie allerdings mit zwei aufeinaderfolgenden Sätzen ihr eigenes dummes Geschwätz ad absurdum führt, dafür bedarf es schon einer intellektuellen Ödnis, die ihres gleichen sucht. Im Fall des Giftanschlags auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seiner Tochter im britischen Salisbury, legte sie sich zmächtig ins Zeug. Zunächst behauptet sie:
"Es ist höchstwahrscheinlich, dass Russland verantwortlich ist."
 Im nächsten Satz zieht sie diese, ihre Festlegung, über die Verantwortlichkeit Russlands für das angebliche Attentat mit Nervengift dann direkt wieder in Zweifel:
"Entweder steckt der russische Staat direkt hinter dem Anschlag oder es hat die Kontrolle über das Nervengift verloren und es ist in die Hände der Angreifer gelangt."
 Ist es Dummheit oder eine grenzenlose Dreistigkeit, vor das britische Parlament und die Weltöffentlichkeit zu treten mit der Behauptung: Moskau war's, um dann zuzugeben: Wir wissen gar nicht wer die Täter sind?

 Es ist wohl von beidem eine gehörige Portion. Wäre die Politik, wäre die Weltpresse nicht so begierig darauf, Furcht vor Russland und Hass gegen Putin zu verbreiten, die versammelte Journaille hätte der Brexitqueen einen schönen Scheiterhaufen bereitet, um sie darauf öffentlich zu verbrennen.

 So aber reicht, zumal am Sonntag Präsidentschaftswahlen in Russland sind, das dumme Geschwätz Mays in die Landschaft. Da lassen sich vortrefflich Ängste schüren gegen die dunkle Macht im Osten. Markus Grabitz vom Tagesspiegel fasste es in die richtigen Worte:
"Russland ist in finsterer Mission unterwegs".
 Dabei ist auch Grabitz absolut ahnungslos.
"Niemand kann mit Gewissheit sagen, wer hinter dem Anschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal im Vereinigten Königreich steht."
 Verfangen in der Mayschen Logik, nach der alles möglich ist und wir uns nur das uns genehmste heraussuchen müssen um damit trefflich unsere Kriegsvorbereitungen zu legitimieren, stellt er uns gleich vier Möglichkeiten vor, wer hinter dem Attentat stecken könnte oder eben auch nicht:
"Entweder geschah der versuchte Doppelmord auf den 66-Jährigen und seine Tochter auf Weisung des Kremls. Er könnte aber auch im vorauseilenden Gehorsam vom russischen Auslandsgeheimdienst angezettelt worden sein. Oder auf die Kappe von Geheimdienstlern gehen, die außer Kontrolle geraten sind. Oder, auch das ist möglich: Der Fall hat am Ende gar nichts mit Moskau zu tun",
um dann selbst zielsicher die unwahrscheinlichste, aber für eine weitere Aggression gegen Moskau passendste Variante herauszufischen:
"Wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich, ist aber Variante eins".
 Also die Möglichkeit, und wohl gemerkt, mehr als mögliche Täterschaften haben uns sowohl May, als auch Grabitz nicht anzubieten, dass das Attentat auf Skripal "auf Weisung des Kremls" begangen wurde. Wie begründet Grabitz seine Annahme?
"Russland pflegt bei staatlich angeordneten Morden auf Persönlichkeiten, die dem Kreml nicht genehm sind, eine gewisse Tradition."
Worin diese Tradition besteht, geht allerdings nicht ganz aus dem Text des Herrn Grabitz hervor:
"Der Oppositionelle Boris Nemzow wurde in Moskau auf offener Straße hingerichtet. Der in Ungnade gefallene Oligarch Boris Beresowski starb bei einem mysteriösen Selbstmord. Der jetzige Fall erinnert an die Vergiftung von Alexander Litwinenko." 
 Weder bei Nemzow noch bei Beresowski noch bei Litwinenko wurde eine Täterschaft Moskaus zweifelsfrei nachgewiesen. Hier ist bestenfalls eine Tradition der Falschmeldungen des westlichen Mainstreams zu erkennen.

 Mit welcher journalistischen Sorgfalt Grabitz zu Werke geht vermitteln zwei kleine Beispiele. Im Falle Litwinenkos behauptet er:
"Auch damals war Nervengift im Einsatz",
was sachlich völlig falsch ist. Es handelte sich um das radioaktive Material Polonium, das Litwinenko vergiftete.

Bei Sergej Skripal und seiner Tochter hingegen handelte sich wirklich um ein Nervengift, genannt Nowitschok, während Grabitz dieses Mal Polonium als Mordwaffe nennt:
"Zum anderen ist es geboten, weil es sich kein Land bieten lassen kann, wenn, wie geschehen, eine große Zahl von Personen durch den Einsatz des Supergifts Polonium in der Öffentlichkeit vergiftet wird."
Nowitschok - Polonium, wen interessieren schon solche Feinheiten, wenn es ums Große und Ganze geht. Grabitz kommt zum Kern seiner Botschaft:
"Es ist an der Zeit, dass sich die Europäer wehren."
Und wie?
"Dass die USA und die EU sich mit dem engen Nato-Bündnispartner Großbritannien in dieser schwierigen Lage solidarisch zeigen, ist nur eine Selbstverständlichkeit."
 Das letzte Mal, dass sich Deutschland mit einem Verbündeten uneingeschränkt solidarisch erklärte war 2001. Damals sicherte der damalige Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Gerhard Schröder, nach dem Angriff auf die Twintower des World Trade Centers, den USA, die uneingeschränkte Solidarität Deutschlands zu. Das ist nun fast 17 Jahre her und seitdem befindet sich die Bundesrepublik Deutschland in einem unerklärten Krieg gegen Afghanistan, mit tausenden von Opfern.

 Seit Oktober 2001 muss das kleine, wehrlose Volk der Afghanen dafür büßen und mit Blut dafür bezahlen, dass sich der, angeblich für den Einsturz der Twintower verantwortliche Osama Bin Laden, in den Bergen des Hindukusch versteckte.

Wer muss dieses Mal büßen Herr Grabitz? Werden es die Einwohner von Damaskus sein, auf die als Vergeltung Natoraketen niederprasseln oder werden es die armen Ukrainer sein, die nun auch schon seit vier Jahren mit einem unreklärten Krieg gestraft sind, die von ihrer verantwortungslosen Führung in ein unkalkulierbares Kriegsabenteuer getrieben werden, weil der Westen ihnen Waffen verkauft, die es diesen Abenteurern wahrscheinlich erscheinen lässt, einen Sieg im Osten und eine Rückgewinnung der Krim zu erreichen?

Die passende Begründung und die moralische Legitimation werden Sie, Herr Grabitz, und ihre Kolleginnen und Kollegen schon liefern - da bin ich mir sicher.

Kommentare:

  1. Die Schlagzahl erhöht sich, die Maschinerie rollt, die Phalanx von Presse u. Poltik läuft im Gleichschritt, der gemeinsame Feind muß jetzt nur zu Fall gebracht werden. Der Endsieg der selbsterkorenen "Westlichen Wertewelt" und der dt. "Qualitätsjournalismus" arbeiten raum- und zeitübergreifend am Propagandafeldzug gegen Putin.

    Zum Inhalt:
    Was hat die May an nachprüfbaren Beweisen vorgelegt? Nichts
    Was hat die May stattdessen geliefert? Die Formulierung "höchstwahrscheinlich war es Russland"

    Aber egal, in der Welt des dt. "Qualitätsjournalismus" ist kaum jemand an Recherche interes- siert, vielmehr ist das Fell des russ. Bären zu zerlegen. Da sind Beweise, Recherche und Hin- terfragen nur schädlich.

    Immerhin ist die Journallie hier in bester Gesellschaft mit der Politik. Hier zeigen GB, USA, Frankreich, Deutschland, die EU und die NATO unverhohlen auf Russland (wobei gleich wieder die Bedrohung des Baltikums durch Russland präsentiert wird).

    Und wie führte es der dt. Hosenanzug so schön aus? ""Wir nehmen die Befunde der britischen Regierung sehr ernst", sagte Merkel in der ARD." (Quelle FAZ).
    Da scheint Merkel mehr als der dt. Michel zu wissen, denn
    Was hat die May an nachprüfbaren Beweisen vorgelegt? Nichts
    Was hat die May stattdessen geliefert? Die Formulierung "höchstwahrscheinlich war es Russland"

    Und anstelle Recherche zu betreiben führen die Mainstreammedien/"Qualitätspresse" nur die Aneinanderreihung von Reuters, dpa, AFP auf.

    Wo bleiben die Recherchen zu
    -Wann u. wo wurde der Giftstoff aus der UdSSR vernichtet?
    -Wer war daran beteiligt und wie wurden die Vorgänge dokumentiert?
    -Ist gewährleistet, daß im Zuge des Zusammenbruchs der UdSSR eine lückenlose Vernichtung
    des Giftstoffes vorgenommen wurde?
    -Was ist an Fachwissen, Personal und Bestandteilen erforderlich um dieses Giftgas auch heute zu erstellen?
    -In welchen Ländern ist die Herstellung dieses Kampfstoffes heute möglich?
    -Ist ein überprüfbarer Nachweis über den Hersteller des eingesetzten Giftstoffes möglich?

    Ungeklärte Grundlagen zur Klärung des Vorgangs. Aber die dt. "Qualitätspresse" hat hier nur wiederwilliges Interesse an einer Aufklärung, vielmehr sind des die sogenannten Alternativme- dien, welche aufzeigten, daß dieser Giftstoff auf der UdSSR stammt, als Herstellungsland war Usbekistand aufgeführt, die Vernichtung erfolgte u.a. durch Zusammenarbeit mit der CIA, bei Amazon scheint es ein Buch zu diesem Giftstoff zu geben, Großbritannien hat mit Porton Down in kurzer Entfernung seine Forschungseinrichtung zu chem. Kampfstoffen.

    Aber egal, Russland war es, denn
    Was hat die May an nachprüfbaren Beweisen vorgelegt? Nichts
    Was hat die May stattdessen geliefert? Die Formulierung "höchstwahrscheinlich war es Russland"

    Da wird es interessant werden, in welcher Form Großbritannine seine "Beweise" vor dem UN-Sicherheitsrat präsentieren wird.


    AntwortenLöschen
  2. Ich möchte dich hinweisen auf das Steele Dossier, da gehts dann zu Fusion GPS und zu Clinton/Soros/Black Hats in der CIA gegen Trump. Wahrscheinlich arbeiteten auch Skripal und Pablo Miller (der ihn einst rekrutierte) für Steeles Firma (Anti-Russland-Kampagnen, für Europa und die USA). Da in den USA jetzt gegen die Clinton-Kampagne ermittelt wird, könnte Skripal ja auspacken wollen... nur so ein Gedanke...

    AntwortenLöschen
  3. Ich gehe nicht mehr aus dem Haus, weil ich mich über unsere Eliten schäme !

    AntwortenLöschen
  4. Die FAZ will Blut sehen
    Der Superpropagandist und verbale Agressor Frankenberger hat sich selbst wieder von der Kette gelassen, hat er erneut einen seiner Kommentare veröffentlicht.

    Unter "Russisches Muster" zeigt Frankenberger unmißverständlich auf, daß Russland für den Einsatz vom Nervengift verantwortlich ist. Frankenberger ist demnach von Theresa May u. Anhang informiert worden und hat jetzt die unumstößlichen Beweise vorliegen. Denn außer den Regierungen von GB, USA, einigen Staaten der EU und der NATO wurde der Öffentlichkeit bis heute NICHTS NACHPRÜFBARES vorgelegt.

    Aber wer Hetzjournalismus betreibt, den stören auch nur Fakten u. Tatsachen.

    Sehr charaktaristisch für Frankenberger ist folgender Absatz:
    "All das hat Moskau auch bei anderer Gelegenheit an den Tag gelegt: nach der militärischen Besetzung der Krim und der Aggression in der Ostukraine; nach Angriffen auf Krankenstationen in Syrien; nach der Einmischung in den amerikanischen Wahlkampf. Immer hat die russische Führung das, was nicht zu leugnen war, als westliche Propaganda abgetan."

    -> militärische Besetzung: siehe die US-Armee in Syrien
    -> Aggression: siehe US-Armee im Irak (Falludsha, Mossul) und jetzt in Syrien (mit Bombardierungen auf syrische Armeeeinheiten u. deren Verbündente)
    -> Krankenstationen: siehe US-Luftwaffe in Afghanistan (hier war ein halbstündiger Beschuß ein Versehen), desweiteren spricht die mediale Masseaufzählung der vorgeblichen Krankenhausdichte in Aleppo für sich
    -> Einmischung in den Wahlkampf: Vorgehensweise aus den USA mittels NGOs und beim Wahlsieg von Jelzin in Russland ein unumstößlicher Beweis für Wahlkampfeinmischung der US-Verantwortlichen

    "Immer hat die russische Führung das, was nicht zu leugnen war, als westliche Propaganda abgetan."
    Immer haben Frankenberger und die FAZ (und die anderen sogenannten "Qualitätsmedien") nicht veröffentlicht, daß seitens der "Westlichen Wertewelt" die gleiche Vorgehensweise wie Russland vorge- nommen wurde.

    Soviel Kriegstreiberei und Hetzjournalismus im Pressebereich ist nicht nachvollziehbar, es ist unbe- streitbar, daß die Goebbelisierung 2.0 im "Qualitätsjournalismus" unvermindert läuft.

    AntwortenLöschen
  5. Ein Exkurs in dt. Propaganda der sogenannten "Qualitätspresse": Timber Sycamore

    Wikipedia: "Timber Sycamore war ein klassifiziertes Waffenlieferungs- und Trainingsprogramm, das von der CIA ( Central Intelligence Agency ) der Vereinigten Staaten durchgeführt und von verschiedenen arabischen Geheimdiensten, allen voran Saudi Arabien, unterstützt wurde . 2012 oder 2013 ins Leben gerufen, lieferte es den Rebellen, die im syrischen Bürgerkrieg gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad kämpften, Geld, Waffen und Training. Laut US-Beamten hat das Programm Tausende von Rebellen trainiert. [1] [2] Präsident Barack Obama ermächtigte die CIA im Geheimen, die syrischen Rebellen im Jahr 2013 zu bewaffnen."

    Dieses Progamm Timber Sycamore habe ich in den Suchfunktionen folgender Onlineseiten eingegeben:
    FAZ ZeitOnline Welt Deutsche Well Süddt.Zeitung RT Deutsch

    Die Trefferquote stellt sich folgermaßen dar:
    FAZ: 0
    ZON: 0
    Welt: 0
    Dt. Welle: 0
    SZ: 1
    RT Deutsch: 17

    Der massive Eingriff der US-Regierung in dem Regime-Change und bewaffneten Aufstand durch Rebellen oder besser Terroristen u. Islamisten wird konsequent nachrichtentechnisch unter-
    drückt. Dagegen wird der Einsatz der russ. Armee in der Ostukraine in einer Dauerschleife wieder und wieder dargelegt.

    Ein klarer Propagandamarsch der dt. "Qualitätspresse", spricht die Goebbelisierung 2.0 läßt sich nicht mehr abstreiten.

    AntwortenLöschen
  6. Ich möchte doch um eines bitten: Wir, die wir die systematische Falschberichterstattung kritisierne, sollten uns darum bemühen, unsererseits aus falsche Darstellungen zu verzichten und auch Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden.

    Mir geht es um die Bezeichnung "Giftgas". NAch allem, was bisher bekannt ist, sind weder die unter dem Namen "Novichoks" zusammengefaßten Nervengifte Gase, noch kam in Salisbury irgendein Gas zum Einsatz.

    Danke!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Tatsächlich habe ich im obigen Text zweimal das Wort Giftgas benutzt. Einmal in dem Wort "Giftgasanschlags" und vier Zeilen darunter in dem Wort "Giftgasangriff".

      Sie haben natürlich recht damit, dass diese Bezeichnungen sachlich falsch sind. Allerdings möchte ich zu meiner Rechtfertigung sagen, dass diese Fehler nicht bewußt gemacht wurden.

      Ich bitte zu meinen Gunsten zu berücksichtigen, dass ich sowohl die Recherche, das Schreiben der Texte und die Arbeit des Korrekturlesens allein, ohne fremde Hilfe oder gar wie bei unseren Mainstreammedien üblich, mit einem ganzen Team an Zuarbeitern erledige.

      Jeder, der schon einmal selbst Texte verfasst hat weiß, dass oftmals, selbst bei mehrmaligem Korrekturlesen, gerade bei eigenen Texten, immer wieder Fehler übersehen werden.

      Ich bitte daher um etwas Nachsicht. Die Fehler sind natürlich korrigiert worden. Vielen Dank für den Hinweis.

      Löschen
  7. Nun schimpft nicht so mit der armen Theresa! Die Sache ist einfach zu erklären: Sie wäre so gerne eine historische Persönlichkeit, also versucht sie sich wie eine historische Person zu verhalten. Leider verwechselt sie immer historisch und hysterisch....

    AntwortenLöschen